Veröffentlicht in Autobiografie, Netzworking, Persönliches

Gedanken zum Hintergrundbild

Woher kommt sie – meine Liebe zum Buch, zum Schreiben, zum Papier? …

Tatsache ist – in meiner Kindheit war ich nicht mit Büchern verwöhnt. Das erste Buch, mit dem ich Bekanntschaft machen und das ich mein Eigen nennen durfte, war ein Geschenk meines Vaters (das erste und auch das letzte seiner Art) – im Alter von fünf Jahren.

„Das Märchen vom Fischer und dem Fischlein“ entführte mich zum ersten Mal in eine andere Welt, in das Reich der Fantasie. Ich war verzaubert, ich war hin und weg … Ziemlich schnell erlernte ich dann selbst das Lesen und Schreiben, sodass ich nicht mehr warten musste, bis mein Vater Zeit fand, um mir das Buch erneut vorzulesen …
Mein erster Aufsatz, der mich spüren ließ, wie aufregend das Schreiben ist … Meine ersten Schulbücher und Hefte, noch unbenutzt, so herrlich neu duftend … Meine Tagebücher, die ich über die gesamte Schulzeit führte … Unweigerlich denke ich auch daran, wie ich sie vor der Ausreise nach Deutschland alle verbrannt habe – im Holzofen meiner Schwester. Jetzt sehe ich es ein – es war ein Fehler. Damals wollte ich alles hinter mir lassen, ich wollte mit Russland, mit der Vergangenheit abschließen, so gut es ging …

Besonders gut erinnere ich mich daran, wie meine Tante, die in der Kolchos-Verwaltung (Kontor genannt) geputzt hatte, mir – die ich damals in der dritten Klasse war – einen prall gefüllten Sack mitbrachte. Darin verbargen sich ungeahnte Schätze: aussortierte und ausrangierte Rechnungs-, Quittungs-, und Notizblöcke, unbeschriebene Formulare, saubere Papierzettel. Ein Wow-Erlebnis für die kleine Rosa, wie man heute sagen würde. Ich war sprachlos und überglücklich angesichts dieser Kostbarkeiten. Wie konnte man bloß so etwas Wertvolles entsorgen wollen?! Wie gut, dass meine Tante an mich gedacht hatte! … Wahrscheinlich wusste sie, wie viel Freude sie mir damit bereiten würde. Natürlich nutzte ich jedes Fitzelchen Papier für meine eigenen Notizen, für Gedichte und Liedtexte, die ich aus Büchern abschrieb, für meine alltäglichen Gedanken (richtige Tagebücher kamen erst später) …

Ach, wie schade, dass von diesem Schatz nichts mehr übrig geblieben ist, nichts außer diesem ‚Seufzer‘ hier.

Vielleicht daher meine Vorliebe für Notizbücher aller Art und Größe? Ich benutze sie kaum, denn es ist so viel einfacher, am Computer zu schreiben. Und doch kann ich manchmal nicht widerstehen und kaufe mir im Schreibwaren-Geschäft eins, das mir besonders gefällt. Ein Notizbuch und mehrere Kugelschreiber (früher waren es Füller) dürfen auch in meinem Rucksack nicht fehlen … Nur so, für alle Fälle. Man kann ja nie wissen …

Passend dazu: „Es war einmal weiß“

Kleine Notizbücher
Die Kleinsten aus meiner Notizbuch-Sammlung
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Autor:

Geboren bin ich 1954 in einem deutschen Dorf in Westsibirien (Gebiet Omsk). Seit 1992 lebe ich in Deutschland und arbeite als Fachangestellte für Medien- und Informationsdienste in der Stadtbücherei Lüdenscheid. In der Freizeit schreibe ich gern, auch für meine Blogs und für die Homepage. Es gibt zwei Buchveröffentlichungen von mir: "In der sibirischen Kälte" und "Andersrum".

3 Kommentare zu „Gedanken zum Hintergrundbild

    1. Hallo Alex,
      Ja, was hat mich dazu verleitet? Wenn ich es noch wüste, was genau damals in meinem Kopf vorging! 🙂 Ich hatte, glaube ich, das Gefühl, ich müsse mit dem Alten abbrechen, weil etwas ganz Neues auf mich zukam … das Gefühl, dass in diesem Neuen so ein „Kinderkram“ keinen Platz haben wird. Ich wollte davon frei sein … Jetzt weiß ich, auf diese Weise funktioniert das nicht. Jetzt hätte ich gerne wieder in meinen Tagebüchern gelesen, vielleicht hätte ich das Mädchen von damals besser verstanden?
      Ich danke dir für dein Interesse an meinem Blog.
      Herzliche Grüße
      Rosa

      Gefällt 1 Person

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