Veröffentlicht in Autobiografie, Persönliches, Psyche

Die Geschichte (m)einer Depression

Das Thema Depression kommt immer wieder in meinen Texten vor und trotzdem fehlen mir für die Beschreibung dieser grauen Hexe oft die passenden Worte. Ja, für mich ist sie eine graue Hexe und dazu auch noch mit vielen Gesichtern – es kann ein hämisch grinsendes, ein Panik einjagendes, ein aus der Ferne beobachtendes, es kann aber auch ein gleichgültiges und nichtssagendes Gesicht sein, aber es ist stets dunkel, farblos und hässlich. Mit einem Wort – grauenvoll.

Sie nahm von mir Besitz, als ich etwa fünf Jahre alt war. Vielleicht war sogar die folgende Episode, die ich noch gut in Erinnerung habe, der Moment, in dem sie sich mir zum ersten Mal zeigte.

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Veröffentlicht in Literatur, Poesie, Psyche

Heimsuchung

NIBIRU schreibt ausdrucksstarke und wunderschöne Gedichte, die so viel an Lebenserfahrungen, Gefühlen und Empfindungen wiedergeben, dass ich oft denke – ja, genauso hätte ich es auch gern in Reime gefasst, wenn ich denn könnte. Aber zum Dichten fehlt mir das Talent, dafür kann ich jedoch ein bisschen Prosa 😉 „Heimsuchung“ weiterlesen

Veröffentlicht in Kurzgeschichte

Ich kann ja fliegen!

Für Julia

Ach, wie schön es ist zu leben! Die Sonne, die Wärme zu spüren! Die Blumen, ihre prachtvollen Farben und Formen, ihre Vollkommenheit zu bewundern, von ihren köstlichen Säften zu trinken!

Ich liebe diese Welt und obwohl ich sie gerade erst betreten habe, kenne ich schon viele ihrer Geheimnisse. Zum Beispiel weiß ich – das riesige Wesen, das in der Nähe auf der grünen Wiese sitzt, mich mit großen Augen betrachtet und die Hand nach mir ausstreckt, ist eigentlich noch ganz klein. Es ist ein kleiner Mensch, ein Kind. Ich weiß sogar, dass es ein Mädchen ist und dass es mich noch nie zuvor gesehen hat. Auch ich sehe es heute zum ersten Mal. „Ich kann ja fliegen!“ weiterlesen

Veröffentlicht in Autobiografie, Persönliches

Zersplittert

Zum ersten Mal wurde ich damit im Alter von neunzehn Jahren konfrontiert. Es war als ob sich plötzlich ein Aktenvernichter in meinem Kopf aktivierte, der meine Gedanken, Empfindungen und Erinnerungen lautlos kleinhackte. Wie vom Donner gerührt, verstand ich in dem Augenblick nicht, was da in meinem Hirn abgeht, und als nach relativ kurzer Zeit (Minuten, Stunden?) der ‚Aktenvernichter‘ verschwand und den Platz für normale Gedanken wieder freigab, war ich sehr erleichtert. Ich schrieb diese Merkwürdigkeit meiner Müdigkeit zu – ich fühlte mich an dem Tag wirklich ziemlich erschöpft und zerschlagen … 

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Veröffentlicht in Autobiografie, Persönliches, Social Media

Von Umarmungen und anderen Herzlichkeiten

Es war nicht nur der Sprung in eine fremde Welt, es war das Eintauchen in eine andere Atmosphäre … damals, vor 25 Jahren. In eine wärmere Atmosphäre, sowohl im direkten als auch im übertragenen Sinne. Schon von dem Moment an, als wir das Areal der Lufthansa im Moskauer Flughafen Domodedowo betraten, spürte ich sie – die Veränderung. Im Flugzeug die Crew – lächelnd, einladend, hilfsbereit. Am Flughafen Frankfurt am Main – alles hell, ruhig, ohne Hektik. Die Gesichter der ersten Deutschen, denen ich begegnete, so ganz anders – entspannt, freundlich. Frei. „Von Umarmungen und anderen Herzlichkeiten“ weiterlesen

Veröffentlicht in Autobiografie, Literatur

Ich liebe es nach wie vor …

Auszug aus „In der sibirischen Kälte“

„… In Heimtal gab es eine richtige Dorfbücherei, die ich natürlich so oft wie möglich besuchte. In dieser Zeit entdeckte ich für mich den Dichter Michail Lermontow. Ich war fasziniert von seinen Gedichten und besonders von dem Poem „Mcyri“ (Der Novize). Ich hätte damals so gern ein eigenes Exemplar von „Mcyri“ gehabt, um das Poem immer wieder lesen zu können, aber ich musste mich damit begnügen, die Verse in ein Heft abzuschreiben. Es klingt vermutlich lachhaft, aber so bescheiden verlief mein Leben nun mal vor vielen Jahren. Heute noch kann ich mir fast alle Strophen dieser poetischen Erzählung ins Gedächtnis rufen. Ich habe „Mcyri“ auch in Deutsch gelesen, aber mit dem Original kann sich die Übersetzung nicht messen. Ich fühlte mich seelenverwandt mit Mcyri. Seine Qual war auch meine Qual, seine Sehnsucht auch die meine, denn wie er empfand ich mein Leben oft als Gefängnis …“

Autobiografisches Buch "In der sibirischen Kälte" von Rosa Ananitschev „Ich liebe es nach wie vor …“ weiterlesen

Veröffentlicht in Autobiografie, Literatur

Rosa Ananitschev: Andersrum

Making of:

Es sollte eine Kurzgeschichte zu einem Bild werden … eines, auf dem ein kleines Mädchen eine riesige, in die Erde eingepflanzte, leuchtende Glühbirne bestaunt. Eine Mischung aus Fantasie und eigenen Kindheitserlebnissen – zunächst als abgeschlossene Geschichte auf einer Internetplattform.
Im Mittelpunkt steht die kleine Lisa, ein Kind, das in einem sibirischen Dorf aufwächst und Bekanntschaft mit einem geheimnisvollen Fremden macht. Der Fremde will Lisas sehnlichsten Wunsch erfüllen und sie von ihrer Traurigkeit und den Albträumen befreien.
Das kleine Mädchen wuchs mir von Anfang an ans Herz und als ich die fünf Begriffe „Frühlingsbote, Berggipfel, rote Stiefel, Kieselstein, Suppe“ als Vorgabe für eine neue Kurzgeschichte vor Augen hatte, sprangen mich die ‚roten Stiefel‘ förmlich an. 

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Veröffentlicht in Autobiografie, Persönliches

Wer bist du?

Während der Vorbereitung meines Manuskriptes für den Karina-Verlag bin ich an einem Text hängen geblieben, den ich 1995 in der Schreibwerkstatt entwarf und 2011 im Internet veröffentlichte. Eigenartigerweise hat er mich aufs Neue berührt und zum Nachdenken gebracht, steckt in ihm doch so viel, damals schon Geahntes …

Wer bist du?

Wir stehen uns gegenüber und mustern einander – kritisch und mit zunehmendem Interesse. Irgendetwas fesselt mich an dieser Frau, die ich jeden Morgen vor mir sehe. Heute kommt sie mir fremd vor, obwohl ich doch diejenige bin, die sie am besten kennen müsste.

Wie so viele Menschen mit Sehschwäche, muss sie eine Brille tragen und obgleich sie schon längst eine neue besitzt, bringt sie es nicht übers Herz, die alte Brille aus vergangenen Zeiten zu entsorgen. Sie holt sie manchmal aus der Schublade heraus und setzt sie für eine Weile auf. „Wer bist du?“ weiterlesen

Veröffentlicht in Allgemein

DSGVO

Arno von Rosen

Arno von RosenZuerst einmal die guten Nachrichten. Niemand der einen privaten Blog (also ohne Gewinnabsicht) betreibt, muss ein Impressum hinterlegen. Auch sind die ganzen Einstellungen am Blog nicht halb so schwierig, wie in der Öffentlichkeit gerne behauptet wird, denn die Plattformbetreiber müssen selber dafür Sorge tragen, dass ihre Mitglieder rechtlich geschützt sind. So bleiben in der Regel wenige Klicks übrig, um einen Blog sicher zu machen. Bei kommerziellen Blogs und Seiten sieht das etwas anders aus, denn diese müssen ein Impressum führen (hier mehr dazu), doch eine Telefonnummer ist auch hier nicht zwingend erforderlich. Wer seine eigene Webseite betreibt, sollte beachten diese als https zu verschlüsseln, so wie es bei wp oben in der Eingabezeile zu sehen ist (grünes Schloss). Plattformen machen dies automatisch, aber eigene Seiten nicht. So muss man diese Option vom Provider (zum Beispiel 1&1 usw.) dazubuchen lassen. Dies ist…

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